Felix Neureuther vor der Ski-WM: „Ich denke von Rennen zu Rennen.“

19.01.2015 - Katharina Teudt

Köln – In zwei Wochen startet die Alpin-Ski WM im amerikanischen  Vail. Die Vorbereitungen der Athleten laufen auf Hochtouren – auch für unseren Slalom-Spezialisten Felix Neureuther. Er sprach mit SnowTrex über seinen Weltcup-Rekord, die bevorstehende Ski-WM und sein sportliches Vorbild.

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Neureuther bei seinem historischen Weltcup-Sieg in Madonna di Campiglio. © Nordica

Lieber Felix, das ganze SnowTrex-Team wünscht dir ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr! Welche guten Vorsätze hast du für 2015 gefasst?

„Ich wünsche Euch allen und allen Euren Skikunden ein schneereiches und gesundes neues Jahr. Wir haben alle die gleichen Vorsätze: Lasst uns die Möglichkeiten ausschöpfen, die uns gegeben sind.“

Kurz vor Weihnachten hast du beim Nachtslalom in Madonna di Campiglio deinen zehnten Weltcup-Sieg eingefahren und hast dir das perfekte Geschenk gemacht: Den Rekord als erfolgreichster deutscher Skifahrer der Weltcup-Geschichte. Was ist das für ein Gefühl?

Rekorde oder Statistiken sind mir nicht wichtig. Es ist einfach nur schön, seine Leistung abrufen zu können.

Deine Eltern sind sicher mächtig stolz auf dich. Wie haben sie darauf reagiert, dass du Weltcup-Geschichte geschrieben hast?

Das Wort „Stolz“ mögen meine Eltern nicht. Ehrlich gesagt, haben wir auch gar nicht darüber gesprochen. Wie alle Eltern sind sie glücklich, wenn die Kinder – und das betrifft genauso meine Schwester Ameli – mit dem, was sie machen, im Einklang sind.

Diesen Winter steht neben dem Weltcup auch die Alpin-Ski WM an. In wieweit beflügeln dich deine jüngsten Erfolge für die Rennen in Beaver Creek, wo du zusätzlich ja auch noch 2007 dein erstes Weltcuppodest eingefahren hast?

Ich denke von Rennen zu Rennen. Ich weiß zwar, dass die Ski WM in Vail im Februar stattfindet, für mich ist aber derzeit ausschließlich das nächste Rennen wichtig.

Mit Weltcup und WM bedeutet diese Saison wieder einmal eine körperliche und nervliche Doppelbelastung. Absolvierst du für die WM eine gesonderte Vorbereitung und wie sieht diese aus?

Es gibt derzeit noch keine spezielle Vorbereitung. Jetzt sind erst einmal die Januar-Rennen wichtig. Danach fliegen wir in die USA und bereiten uns gezielt auf die dortigen Verhältnisse vor, da geht es hauptsächlich um die Gewöhnung an den Kunstschnee und um die Abstimmung des Materials. Es ist wie in der Formel 1, nur wenn man flexibel und schnell auf alle Eventualitäten reagieren kann, ist man vorne dabei.

Du hast schon öfter in Interviews gesagt, du liebst es, deinen Körper ans Limit zu bringen. Das ist besonders harte Arbeit, denn gerade bei Profisportlern sind oftmals Verletzungen und Schmerzen der Preis für das harte Training. Wann ist für dich das Limit erreicht?

Ich bewege mich mit meinen körperlichen Problemen immer am Limit. Ohne mein perfektes medizinisches Umfeld wäre der Skirennsport nicht möglich. Dafür bin ich allen meinen Betreuern sehr dankbar. Die geben auch alles. Es geht wie im Rennsport darum, immer neugierig auf neue Erkenntnisse und neue Behandlungsarten zu sein und viel auszuprobieren, so anstrengend das auch manchmal sein mag.

Du organisierst und leitest jedes Jahr zusammen mit dem Deutschen Ski-Verband (DSV) das Race-Camp powered by SnowTrex in Sölden und bist für den Skinachwuchs ein großes Vorbild. Wer war Dein Vorbild, als Du Nachwuchsfahrer warst?

Mein Vorbild war Alberto Tomba, den ich übrigens gerade beim Slalom in Zagreb wiedergetroffen habe. Die Art, wie er skigefahren ist, war genial. Vor kurzem habe ich erst mit einigen meiner Weltcup-Kollegen alte Rennen von ihm angeschaut, die Bewunderung aller gilt ihm noch heute.

Wenn Weltcup und WM vorbei sind hast du dir eine Phase der Regeneration verdient. Wie wird diese aussehen? 

Weit weg von Menschen und Hektik, irgendwo in Kanada auf der Suche nach Abenteuern.

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TravelTrex GmbH
Christian Neuwerth
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